Es gibt ein Café auf dem Hinrichsen-Hof und in der Destillerie. Ich habe bisher noch kein Schild gefunden, aber der Laden ist voll.
Ich habe dort gegessen und verstehe jetzt warum – aber wie genau, weiß ich noch nicht.
Marret Hinrichsen führt das Café, und das Essen ist fantastisch. Ich sah, wie riesige Burger und Beef-Sandwiches aus der Küche kamen, und ich selbst bekam eine Schüssel Chili. Es schmeckte SEHR nach dem Chili, das ich zu Hause in Texas koche. Natürlich habe ich es geliebt.
Ich erklärte kurz die große kulturelle Kluft in Texas beim Thema Chili. Entweder man ist ein „Keine Bohnen in meinem Chili“-Typ oder eben Team „Mit Bohnen im Chili“.
Es ist so ein bisschen wie mit Vegemite: Niemand ist gleichgültig. Man liebt es oder man hasst es. Niemand steht auf dem Zaun. Manche mögen es, manche sagen „Ja, vielleicht – aber nicht jetzt“.
Das Café entstand aus reiner Notwendigkeit.
Schon vor Jahren kamen Touristen auf den Hof, einfach nur um einen funktionierenden Familienbetrieb auf der Insel Föhr zu sehen. Immer mehr kamen. Und noch mehr. Und sie waren hungrig. Also fing Marret an, Kuchen zu servieren. Der kam so gut an, dass man irgendwann dachte: Warum nicht gleich ein Café?
Heute stammt das gesamte Rind- und Schweinefleisch aus eigener Aufzucht, alles bio. Und es wuchs weiter: ein kleiner Hofladen mit eigenen Marmeladen und Soßen, dann eine Tiefkühltruhe mit Fleisch und Würsten vom Hof.
Man könnte hier sehr gut leben – allein von dem, was im Café serviert wird.
Ich jedenfalls tue das bisher.
Und dann gibt es noch die Trümmer-Torte.
Haltet euch fest.
Marret stellte das gute Stück in die Kuchenvitrine – und es sah aus wie ein Backblech direkt aus dem Himmel.
Ich wusste gar nicht, was es war, bestellte aber sofort mit einem gewissen Enthusiasmus ein Stück.
Sie lächelte – und servierte mir einen gewaltigen Teller davon.
Verdammt.
Ein lockerer, fast engelsgleicher Biskuit, geschichtet mit Schlagsahne, frischen Beeren, einer gebackenen Baiserhaube und Mandelsplittern.
Leicht, voller Aromen, und schlicht unwiderstehlich.
Alles, was ich dort probierte – von den warmen Gerichten bis zu den Desserts – war erstklassig. Wirklich alles köstlich. Kein Wunder, dass das Café von der Öffnung bis zum Schließen voller Leute ist.



